Trinkwasser aufbereiten für den Notfall – wie geht das?

Niemand hofft es und doch kann es uns alle treffen. Fällt im Falle einer Katastrophe die Trinkwasserbereitstellung aus, stehen wir vor ernsthaften Problemen. Der menschliche Körper ist zwar in der Lage, über eine längere Zeit ohne Nahrung auszukommen, nach ungefähr vier Tagen ohne Flüssigkeitszufuhr jedoch befinden wir uns in Lebensgefahr. Wissen Sie, mit welchen Mitteln Sie Wasser aufbereiten und konservieren können? Im Folgenden möchten wir Ihnen genau das zeigen!

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Natürliche Wasservorräte finden und nutzen

Bereits ein längerer Stromausfall führt dazu, dass unser Trinkwasser knapp wird. Fällt in Ihrem Ort der Strom aus und stellen somit die Anlagen der regionalen Wasserversorgung ihren Dienst ein, sollten Sie handeln können. Grundsätzlich haben Sie für solche Fälle mehrere Möglichkeiten, an Wasser zu gelangen:

  • Regenwasser – aus Regentonnen, Auffangbecken,
  • Flusswasser,
  • Bodenfeuchtigkeit,
  • Seewasser.
Notvorrat

Trinkbar ist dieses Wasser jedoch nicht. Oberflächenwasser beinhaltet stets Keime und Bakterien, die zu Magenerkrankungen, Durchfall oder gar gefährlichen Seuchen führen können. Sicherlich sterben Sie nicht, wenn Sie beim Baden im Bergsee einige Schlucke Wasser zu sich nehmen, im Notfall sollten Sie das Wasser jedoch sterilisieren. Bedenken Sie: Ziehen Sie sich durch keimhaltiges Wasser eine Durchfallerkrankung zu, verlieren Sie lebenswichtige Flüssigkeit.

Der einfachste Weg, um Regen- oder Flusswasser relativ ungefährdet trinken zu können, ist das Abkochen. In kochendem Wasser sterben die meisten Bakterien und Keime zuverlässig ab. Um die Keimbelastung möglichst gering zu halten, sollten Sie das Wasser mindestens zehn Minuten lang abkochen. Da sich der Luftdruck beispielsweise in den Bergen verringert, empfehlen Experten, die Kochzeit pro 150 Höhenmeter um jeweils eine Minute zu verlängern. Allerdings verhindert das bloße Abkochen nicht, dass größere Verunreinigungen im Wasser vorhanden sind. Diese können Sie herausfiltern. Schütten Sie das Wasser durch ein sauberes Stück Stoff von einem Gefäß in ein anderes. Noch besser ist es, wenn Sie anstelle des Tuchs einen Kohlefilter nutzen.

Tipp: Den Geschmack von abgekochtem Wasser verbessern Sie mit einem Stück Holzkohle oder einer Prise Salz.

Sie können das Wasser auch gleich destillieren. Gibt es keine Möglichkeit, ein Feuer zu machen, graben Sie hierfür eine Grube, stellen ein Gefäß mittig hinein und decken die Grube mit einer durchsichtigen Kunststofffolie ab. In die Mitte der Folie legen Sie einen kleinen Stein. Durch die Sonne wird die Bodenfeuchtigkeit kondensieren, sich an der Folie absetzen und in das Gefäß laufen. Schneller geht es, wenn Sie Wasser in einen Kessel oder Topf füllen und das Wasser über einem Feuer erhitzen. Bedecken Sie den Topf mit einem sauberen Stück Stoff und wringen Sie die Feuchtigkeit aus dem Stoff.

Trinkwasseraufbereitung mit chemischen Hilfsmitteln

Sie möchten sich für eine eventuelle Katastrophe vorbereiten? Es gibt spezielle Tabletten, die seit vielen Jahren in der Outdoor-Branche und vom Militär genutzt werden. Die Tabletten sind im freien Handel erhältlich, besitzen eine Haltbarkeit von bis zu zehn Jahren und desinfizieren und konservieren Wasser bis zu fünf Jahre. Die Mittel basieren auf Silberionen und wurden zusätzlich mit Chlor angereichert. Die Inhaltsstoffe töten Bakterien ab und wirken gleichzeitig gegen hitzeresistente Keime, die durch das bloße Abkochen von Wasser nicht angegriffen werden.

Wasser sinnvoll auffangen

Regenwasser ist Ihre Wasserquelle für den Notfall. Doch Vorsicht, durch Verunreinigungen schlägt das Wasser rasch um. Decken Sie Ihre Regentonne mit einer Nylonstrumpfhose ab, sodass kein Blütenstaub eindringen kann. Dieses Wasser können Sie nun problemlos aufbereiten und im Notfall damit einen langen Zeitraum überstehen.