Notvorrat anlegen – was sollte ich beachten?

Auch wenn es in Europa schon seit Längerem keine deutlich einschneidenden Katastrophen mehr gegeben hat, kann die Anlage eines Notvorrats durchaus interessant sein. Die Zahl der Naturkatastrophen steigt deutlich an und menschengemachte Katastrophen (Zwischenfälle in Atomkraftwerken oder Kriege) sind ebenfalls nicht auszuschließen. Gerade die Katastrophe in Fukushima und die Krim-Krise dürften Ihnen vor Augen führen, wie schnell eine Notsituation entsteht. Im Folgenden zeigen wir Ihnen, was Sie beachten sollten, wenn Sie sich selbst einen Notvorrat anlegen möchten.

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Kalkulieren Sie Ihren Bedarf richtig

Normale Lebensmittel weisen eine Haltbarkeit von bis zu 2 Wochen auf. Wenn Sie also stets auf den Notfall vorbereitet sein möchten, können sich das Auffüllen der Tiefkühltruhe und eine gewisse Vorratshaltung generell lohnen. Ein richtiger Notvorrat sollte jedoch weit darüber hinausgehen und im besten Fall eine Versorgung für ein Jahr sicherstellen. Zu diesem Zweck müssen Sie vorher jedoch Ihren eigenen Bedarf kalkulieren. Grundsätzlich geht man von folgendem Bedarf aus:

Notvorrat
  • Normalfall: 2.000–2.200 kcal pro Tag
  • Notration: 1.200-1.400 kcal pro Tag
  • Wasserbedarf: 1 Liter (Säuglinge) – 2,5 Liter (Erwachsene) pro Tag

Kinder benötigen generell weniger Nahrung, jedoch sollte die Kalorienzufuhr bei ihnen auch nicht über die Maßen begrenzt werden. Gerade im Kindesalter benötigt der Körper Nährstoffe, um sich entsprechend entwickeln zu können. Darüber hinaus sollten Sie auch die körperliche Aktivität einplanen. Sitzen Sie nur in einem Schutzraum, ist die Notration ausreichend, wohingegen bei körperlicher Arbeit der Bedarf deutlich ansteigen kann. Möchten Sie also ganz sicher gehen, sollten Sie sich bei der Bedarfsplanung deutlich über den Kalorienzahlen der Notration bewegen.

Wichtige Fakten zur Bedarfsplanung:

  • Ein Notvorrat sollte eine einjährige Versorgung ermöglichen
  • Kinder benötigen grundsätzlich weniger Kalorien als Erwachsene, sollten allerdings auch geringere Einbußen im Vergleich zum normalen Bedarf hinnehmen müssen
  • Körperliche Aktivität einkalkulieren
  • Zur Sicherheit den täglichen Kalorienbedarf höher als die Notration ansetzen

Achten Sie auf abwechslungsreiche Nahrungsmittel und ausreichend Wasser

Natürlich besteht ein Notvorrat größtenteils aus getrockneten Lebensmitteln und Konservendosen. Aber gerade bei Ersteren bleiben die Vitamine von Früchten und Gemüse aufgrund schonender Trocknungsverfahren erhalten. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, verschiedene Menüs und Lebensmittel sowie zusätzlich Langzeitbrot in den Notvorrat aufzunehmen. Einige Obst- und Gemüsesorten (Kartoffeln, Äpfel, Birnen) lassen sich zudem auch frisch im Keller recht lange lagern. Dies bringt nicht nur geschmackliche Vorteile, sondern sorgt auch für eine gute Versorgung mit wichtigen Nährstoffen.

Einen weiteren wichtigen Punkt stellt die Wasserversorgung dar. Natürlich ist es nur schwer möglich, große Mengen Wasser bereits im Vorhinein haltbar zu machen und zu lagern. Trotzdem kann ein erster Notvorrat mit mehreren Kanistern angelegt werden (10-20 Liter) und auch Flaschen mit Mineralwasser halten sich recht lange. Für den Notfall und eine eventuelle längere fehlerhafte Wasserversorgung ist es hilfreich, sich einen kleinen Wasserfilter und entsprechende Tabletten zur Wasseraufbereitung zu kaufen. Diese werden in entsprechenden Shops als Wasser-Sets angeboten und helfen, später auch Wasser aus anderen Quellen (Bergseen, Brunnen, Regen) zu nutzen.

Wichtige Punkte im Bereich Nahrungszusammenstellung:

  • Auf Abwechslung achten (langlebiges Obst und Kartoffeln frisch im Keller lagern)
  • Die getrockneten Menüs mit verschiedenen Zutaten wählen
  • Kleinen Notvorrat an Wasser anlegen und regelmäßig auswechseln
  • Für den Notfall ein Wasser-Set besorgen (kleiner Filter und Tabletten zur Aufbereitung)

Sprechen Sie nicht mit Nachbarn über Ihren Notvorrat

Neben der Zusammenstellung und Bedarfsplanung sollte auch der Schutz des eigenen Notvorrats bedacht werden. Wenn Sie plötzlich anfangen, große Mengen Nahrung bei sich zu horten und dies auch den Nachbarn erzählen, könnte dies im Notfall Begehrlichkeiten wecken. Nachbarn und Freunde sind oftmals liebe Menschen, aber im Fall des Falles versucht jeder, zu überleben. Bauen Sie Ihre Vorräte lieber im Stillen auf und helfen Sie stattdessen später in einer Notsituation, wenn Sie nach der eigenen Versorgung noch Spielraum sehen!