Fukushima und die aktuellen Folgen – Erneute Pannen im Schreckensreaktor

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Japan kommt auch drei Jahre nach dem verheerenden Erdbeben nicht zur Ruhe. Regelmäßig werden die Ängste vor radioaktiver Verseuchung mit neuen Schreckensmeldungen geschürt. Auch die aktuellsten Ereignisse lassen nichts Gutes hoffen.

Kein Platz für kontaminiertes Wasser

Der Elektrizitätskonzert TEPCO hat vor Kurzem bekannt werden lassen, dass die Kapazitäten für kontaminiertes Wasser zur Neige gehen. Zwar können die Lagerbehälter 480.000 Tonnen Abwasser fassen, allerdings sind bereits ca. 90 Prozent davon gefüllt. Täglich werden bis zu 400 Tonnen Grundwasser abgepumpt, einiges davon wird mit einer Sondergenehmigung in den Pazifik abgeleitet. Bis 2027 wird mit 560.000 Kubikmetern gerechnet, was die verbleibende Kapazität deutlich übersteigt. TEPCO will schneller als bisher geplant reagieren und schon bald den Abtransport des radioaktiven Wassers starten. Die hierzu benötigten Lagertanks seien laut TEPCO bereits zusammengebaut.

Regenwasser verschärft die Lage

Aufgrund heftiger Regenfälle Anfang April 2014 sind erneut erhöhte Werte von Radioaktivität im Meerwasser gemessen worden. Das Regenwasser hat radioaktives Material aus dem Boden und in weiterer Folge ins Meer geschwemmt. TEPCO versichert allerdings, dass sich die Messwerte mittlerweile schon wieder normalisiert hätten.

200 Tonnen radioaktives Wasser im Keller

Allerdings gibt es bereits neue Schreckensmeldungen. Wasser, das eigentlich zum Kühlen der Brennstäbe gedacht war und somit hochgradig radioaktiv ist, hat die Kellerräume auf dem Werksgelände überflutet. Die Ursache dafür waren Pumpen, die in Betrieb waren und deren Funktion es ist, den Wasserfluss umzukehren. Die Pumpen können nur manuell bedient werden und hätten eigentlich nicht aktiv sein sollen. TEPCO prüft nun, wer für das Laufen der Pumpen verantwortlich ist.

Alltag kehrt ein

Normalisiert hat sich allmählich auch wieder die Lage für die Einwohner. Im Frühjahr 2014 haben erste Schulen und Geschäfte in ehemals zu Sperrgebiet erklärten Gebieten wieder geöffnet, Busse und Züge fahren wieder. Allerdings wird es noch lange dauern, bis alle Gebiete wieder offiziell bewohnbar sind.

Der Katastrophe, den zahlreichen Pannen und den Widerständen aus der Bevölkerung zum Trotz hat Japan vor kurzem bekannt gegeben, dass es entgegen seiner Ankündigungen nach dem Atomunfall nun doch wieder zu seiner Atompolitik zurückkehren wird.

Wir erinnern uns

Am 11. März 2011 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 9,0 Japan uns löste mehrere Tsunamis aus, insgesamt kamen mehr als 20.000 Menschen bei der Naturkatastrophe ums Leben. In den Fokus der medialen Berichterstattung geriet aber die Beschädigung des Atomkraftwerks Fukushima, in dessen Folge radioaktives Material in die Umwelt gelangte. Europa reagierte dabei mit einer heftigen Kampagne gegen Atomkraft.

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Redaktion

Author: Redaktion

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