Arbeiter werden mit verseuchtem Wasser bespritzt

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Bei den Arbeiten am havarierten Atomkraftwerk von Fukushima kam es erneut zu einem Zwischenfall. Ein Arbeiter durchtrennte fälschlicherweise ein Rohr, welches zur Entsalzung des Meerwassers benötigt wird. Die Betreiberfirma Tepco versucht mit hunderten Tonnen Wasser die geschmolzenen Brennstoffzellen zu kühlen. Hierfür muss das Meerwasser jedoch zuvor vom Salz befreit werden. Ein Rohr, welches für diesen Vorgang zuständig war, wurde versehentlich von einem Arbeiter abgetrennt.

Menschlicher Irrtum

Bei dem Missgeschick trat kontaminiertes Wasser aus dem Rohr aus und bespritzte sechs der Mitarbeiter. Diese trugen zum Zeitpunkt des Geschehens angemessene Schutzkleidung. Tepco teilte daher mit, dass die Strahlenbelastung für die menschlichen Körper sehr gering gewesen sei, da die Schutzkleidung ordnungsgemäß getragen wurde und die Arbeiter vor dem verseuchten Wasser abschirmte.

Vermeintliche Schutzanzüge

Florian Emrich, Sprecher vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), gibt jedoch zu bedenken, dass es richtige Strahlenschutzanzüge eigentlich gar nicht gäbe. Die Schutzkleidung, welche auch von den Helfern in Fukushima getragen wird, ist lediglich dafür konzipiert, dass die Radionuklide, welche die kleinen schädlichen Teilchen sind, nicht über die Haut in den Körper gelangen können. Würde man jedoch das Strahlenfeld an sich als abzuwehrende Größe nehmen, so wäre einzig und allein eine Entfernung vom Ort des Geschehens eine schützende Maßnahme.

Pannenserie reißt nicht ab

Durch das Leck im beschädigten Rohr flossen laut der Stellungnahme der Betreiberfirma Tepco etliche Tonnen Wasser. Angeblich blieben diese aber innerhalb der Anlage und es konnte zumindest diesmal kein kontaminiertes Wasser ins Meer gelangen. Seit dem Atomunglück im März 2011 treten immer wieder massive Probleme und Pannen bei den Aufräumarbeiten auf. Erst Mitte September konnten nach starken Regenfällen mehr als tausend Tonnen leicht verseuchtes Wasser in den Pazifik gelangen. Allein in der Woche zuvor kam es zu zwei weiteren Pannen. Zum einen fiel ein Filtersystem, welches kontaminiertes Wasser filtern sollte, aus. Zum anderen lief ein Tank über, der mit radioaktivem Wasser gefüllt war. Die Aufräumarbeiten stehen scheinbar unter keinem guten Stern. Gegen die Betreiberfirma Tepco werden schwere Vorwürfe wegen unzureichender Maßnahmen erhoben.

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Redaktion

Author: Redaktion

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