Greenpeace Aktivisten stürmen Atomkraftwerk Tricastin

Im französischen Atomkraftwerk Triscastin kam es zu Ausschreitungen in Form von Greenpeace-Aktivisten, welche die Anlage stürmten und Anti-Atom-Banner anbrachten.

Mitte Juli 2013 drangen Mitglieder der Umweltschutzorganisation Greenpeace in die Anlage des südfranzösischen Atomkraftwerks Triscastin ein. Sie entrollten dort einen Banner mit folgender Botschaft: “Atomunfall in Tricastin – Ist François Hollande der Präsident der Katastrophe?”. Des Weiteren projizierten sie mit einem Lichtprojektor einen überdimensionalen Riss und weitere Botschaften an die Wand des Reaktor 1. Dies war eine Anspielung darauf, dass in zwei Reaktorblöcken Risse entdeckt wurden und die Anlage trotzdem ohne Maßnahmen weiterhin betrieben wird.

Kernkraftwerk Tricastin, Frankreich

Kernkraftwerk Tricastin, Frankreich

Das Innenministerium bestätigte die Festnahme von 21 Aktivisten. Der Sprecher Pierre-Henry Brandet versicherte, dass man die Situation zu jeder Zeit unter Kontrolle hatte und niemand in den Hochsicherheitsbereich vordringen konnte. Insgesamt sollen 30 Aktivisten der umstrittenen Organisation an der Aktion beteiligt gewesen sein, so die Atomaufsichtsbehörde ASN.

Tricastin als tickende Zeitbombe?

Das Kernkraftwerk Tricastin ist seit den 80ern in Betrieb und befindet sich am Ufer der Rhone zwischen Valence und Avignon. Es besteht aus vier Reaktorblöcken und einer Urananreicherungsanlage. Greenpeace ist der Meinung, dass es sich hierbei um eines der fünf gefährlichsten Atomanlagen in Frankreich handelt. Die Präventionsmaßnahmen gegen Naturkatastrophen und terroristische Angriffe seien hier auf einem überholten Stand. Die drittälteste Anlage in Frankreich, die seit über 30 Jahren in Betrieb ist, sei in punkto Standards vergleichbar mit dem AKW Fessenheim, für welches bereits die Schließung für 2016 vorgesehen ist.

Greenpeace fordert von Präsident Hollande ein eindeutiges Zeichen, um die Energiewende einzuläuten.

Redaktion

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