Stromausfall in Fukushima – Kühlsystem ausgefallen

Die Katastrophe von Fukushima ließ die Welt den Atem anhalten – dies ist gerade mal zwei Jahre her. Nun gibt es in der Atomruine von Fukushima ernsthafte Probleme: Am 18. März fiel die Stromversorgung aus. Betroffen waren die Abklingbecken von vier Reaktoren.

Störung am Montagabend

Montagnacht wurde deshalb die Einspeisung von Kühlwasser in die vorhandenen Abklingbecken unterbrochen. Laut japanischen Medienberichten und dem Betreiber Tepco konnten die provisorischen Kühlungen für zwei Becken am Dienstag wieder in Gang gesetzt werden. Dienstagnacht funktionierten auch die Kühlsysteme der Reaktoren 3 und 4 wieder. Offenbar war eine Ratte die Ursache für den Kurzschluss im System.

Mitarbeiter des Fukushima Betreibers Tepco - © flickr.com/midorisyu

Mitarbeiter des Fukushima Betreibers Tepco – © flickr.com/midorisyu

Kühlsystem bei Erdbeben zerstört

Das Kühlsystem für sechs Reaktorblöcke wurde wegen des Tsunamis vor zwei Jahren zerstört. Der Betreiber Tepco bemüht sich indes um provisorische Lösungen: Die Brennstäbe der Reaktoren 1 bis 4 müssen durch Wasser von außen auf einer Temperatur unter 65 Grad gehalten werden. Ansonsten schlägt der Geigerzähler aus – und es droht eine Kettenreaktion. Messungen hätten Temperaturen zwischen 16 und 30 Grad ergeben, von einer akuten Situation sei man also noch durchaus entfernt.

Gefahrenzone Reaktor 4

Die optimale Versorgung des Reaktors 4 hatte vergangene Woche oberste Priorität: Zum einen liegen dort mehr Brennstäbe als in den anderen Becken, zum anderen wurde das komplette Dach während des Tsunamis zerstört. Die Brennstäbe liegen quasi im Freien.

Sperrzone Fukushima

Jeden Tag werden hunderttausende Liter Wasser in die Becken gepumpt, um die Temperatur der Brennstäbe niedrig zu halten. Das erwärmte – und radioaktiv verseuchte – Wasser wird abgepumpt und in Containern gelagert. Kraftwerksbetreiber Tepco versicherte, dass für die Arbeiter keine Gefahr bestehe, jedoch werden vorsorglich Jodtabletten ausgeteilt. Der Ausnahmezustand ist in Fukushima mittlerweile Normalität: Etwa 20 Kilometer rund um das Atomkraftwerk bewegt sich nichts, nur verlassene Häuser und Schulen, die Zone ist hermetisch abgeriegelt. 20.000 Arbeiter und Ingenieure arbeiten tagtäglich daran, den Schutt des AKWs abzutransportieren, Gebäude abzureißen, Leitungen zu legen, Wasser zu dekontaminieren etc.

Keine langfristige Lösung in Sicht

Trotz der emsigen Tätigkeit in der Sperrzone wird es wohl mindestens 40 bis 50 Jahre dauern, bis die Reaktoren abgebaut und das Gelände z.T. „entseucht“ ist. Was mit den Brennstäben oder den Unmengen an verseuchtem Wasser passiert – eine langfristige Lösung gibt es dafür noch nicht.

Redaktion

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