Nordkorea plant Atomtests

Nachdem auf Satellitenbildern bereits vor einiger Zeit verdächtige Aktivitäten in Nordkorea zu sehen waren, war es im Februar soweit: Nordkorea führte einen Atomtest durch. Genau einen Tag vor Obamas „Rede zur Nation“ demonstrierte Kim Jong-un der Welt seine Macht.

Atomtest

Provokationen aus Nordkorea

Nordkoreas Provokationen gehen weiter: Im Dezember unternahm Nordkorea einen Langstreckenraketen-Waffentest. Die Sprengköpfe der neuen Trägerraketen reichen bis zur amerikanischen Westküste. Als Reaktion belegten die USA China und der UN-Sicherheitsrat Pjöngjang mit Sanktionen. Das kommunistische Land antwortete nun mit einem unterirdischen Atomtest und versetzt Amerika damit in Unruhe.

Unterirdische Explosion

Laut Augenzeugen war die unterirdische Explosion gewaltig. Internationale Experten sprachen davon, dass die Sprengkraft der Rakete etwa einem Drittel der Hiroshima-Bombe betrug. Die Seismologen registrierten etwa 30 Kilometer rund um das Gebiet ein Erdbeben der Stärke fünf auf der Richter-Skala. Einige Gebäude wurden beschädigt. Aller Wahrscheinlichkeit nach schlugen auch die Geigenzähler heftig aus, ob Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung ergriffen wurden, z.B. die Verteilung von Jodtabletten,  ist allerdings nicht bekannt. Im nordkoreanischen Staatsfernsehen wurde der Test als gelungen gefeiert: Die Zündung, die etwa einen Kilometer unter der Erde erfolgte, sei wie erwartet perfekt und sicher über die Bühne gegangen. Die Umwelt, so ließ das Ministerium in Korea verlauten, würde keinen Schaden davontragen.

Bedrohung nimmt zu

Experten sprechen nun von folgendem Szenario: Dem Diktator dürfte es jetzt gelungen sein, einen leichten, miniaturisierten atomaren Sprengsatz zu entwickeln, der zusammen mit dem neuen Raketensystem, das im Dezember getestet wurde, eine starke Bedrohung ergibt. Möglicherweise sei es nun soweit, dass Nordkorea erstmals im Besitz einer Trägerrakete ist, die mit einem waffenfähigen Atomsprengsatz bestückt wird und die Westküste der USA erreichen könnte.

Kim Jong un

Kim Jong un – © flickr.com/petersnoopy

Sanktionen ausgeschöpft

Nicht nur die USA, auch Russland, China und Südkorea zeigten sich über das bedrohliche Szenario entsetzt und der UN-Sicherheitsrat kündigte weitere Sanktionen an. Schon seit dem ersten Atomtest im Jahre 2006 steht das kommunistische Land unter einem Embargo. Die Sanktionsmaßnahmen sind also bereits weitgehend ausgeschöpft – und Kim-Jong-un bleibt sichtlich unbeeindruckt.

China soll’s richten

Dass die USA noch einen Schritt weiter geht und sich mit militärischen Mitteln gegen die Provokationen wehrt, gilt derzeit als ausgeschlossen. Auch deshalb, weil Nordkorea mit China noch immer in einem Bündnis verbandelt ist – und die chinesischen Machthaber eine Truppenoffensive in Nordkorea als Eindringen in Ihr Hoheitsgebiet verstehen würden. Die USA wird nun wohl weiter auf China einwirken, dass der große Bruder seinen kleinen Nachbarn mit wirtschaftlichem Druck zum Nachgeben zwingt. Etwa 90 Prozent des Öls und der Großteil des Kapitals in Nordkorea kommen aus China. Auch China lehne, so ließ die kommunistische Führung verlauten, den Atomtest „absolut ab“.  Trotzdem fürchtet Peking Unruhen in Nordkorea und lässt Kim-Jong-Un walten, solange dieser Stabilität garantiert – wenn auch mit eiserner Faust.

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